Eine kleine Kulturgeschichte ...
Vor rund 50 Millionen Jahren geriet sie unvorsichtigerweise
in flüssiges Baumharz und wurde so für uns und die Ewigkeit "einbalsamiert":
die Spezies apis (lat. = Biene) in ihrem drei cm großen, honigfarbenen
Bernsteinsarg.
Bild: Biene im Bernstein.
Privatbesitz, München (Foto Koppermann)
Während sich unsere Urahnen noch in sozial kaum geordneten Sippen und Gruppierungen um Ernährung und Bestand mühten, hatten sie schon eine Staatliche Ordnung: Die Biene, das "Einwesen", so hat es der philosophierende Schreinermeister Johannes Mehring vor mehr als 100 Jahren genannt.
Schon der Steinzeitmensch hat entdeckt, wie wohlschmeckend die süßen Fladen waren - war es doch bis zur Entdeckung des Zuckerrohrs etwas Einmaliges, Einzigartiges, eine Art flüssigen Goldes, das man sammeln konnte. Frauen waren die bevorzugten Sammlerinnen, waren sie nun wesensgleich - oder scheuten die damaligen "Herren der Schöpfung " die Stiche?
![]() Zeigt dieses Bild aber nicht auch, wie sich der Mensch auf aggressive Art mit allen Mitteln die Erde untertan macht? Ob mit dem nackten Arm, mit Keule oder Speer, seine Intelligenz und sein Mut begrenzen sein Umfeld - in dem er die Beute aufstöbert. Spätere Männerkulturen behaupteten arrogant, daß Bienen sich durch den Geruch "unreiner" Frauen irritiert fühlten. Sie entdeckten aber auch die "Anabolika der Steinzeitmänner": sie kauten den Honig samt der Wabe, weil sie dies für besonders muskelbildend hielten. Zunächst war also kein Korb, kein Bienenstock für unsere Biene aufgebaut, sie nisteten in Felsspalten, Höhlen und hohlen Bäumen. |
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| Die Steinzeitfrau hat an
Seilen die Felswand erklettert, um aus der Bienenwohnung, umschwirrt von den Bienen,
die begehrten Waben herauszuholen. Felsbild aus den Cuevas de Araña bei Bicorp, Valencia - etwa 12 000 Jahre alt. |
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Hohlräume
brauchten sie also zum Leben und Überleben. Der Mensch merkte schon bald, welcher Art
diese sein mußten und baute sie ihnen. Oft als Miniaturausgaben der eigenen Behausung -
aus dem gleichen Material und ohne Boden. Durch die Bodenlosigkeit war es möglich, den
ganzen Honig-Schatz wegzunehmen, ohne die "Wohnung" zu zerstören. Unsere alten
Germanen bevorzugten aus Stroh geflochtene Körbe, die allerdings einen großen Nachteil
hatten: sie zogen die Nässe wie ein Schwamm an. Nur manchmal schützte ein vorspringendes
Hausdach. Im Freien wurde ihnen eine Pelerine aus Stroh oder Schilf umgehängt. Im Sommer
lief dadurch das Regenwasser ab, im Winter fungierte er als Wintermantel. Jedoch
suchten sie den "wilden Wurm" auch noch häufig im Wald auf, um dort den Honig
zu erbeuten. |
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Der
Zeidler, ein
weiter Sprung: Im Dienst von Königinnen, Herzogen und Fürsten, denen der Wald mit seinem gesamten Inhalt gehörte wurde aus diesen "Honigerbeutern" ein eigener Berufsstand, die Zeidler. Er hatte bis ins 18. Jahrhundert hinein eine große Bedeutung. |
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Das Zeidelmuseum in Feucht Über die Entstehung:Feucht war mehrere Jahrhunderte lang Metropole des
ZeideIwesens und Sitz des Zeidelgerichtes. Aus dieser historischen Bedeutung heraus
gründeten 1976 eine handvoll Feuchter Bürger den Zeidelwesen-Erhaltungsverein e.V. mit
dem Ziel der Gründung eines Museums in Feucht. Nach mehr als zehn Jahren intensiver
Sammeltätigkeit und unter kräftiger
Quelle Hr. Mittwoch Wolfgang,
Zeidelwesen Erhaltungsverein Feucht Die Marktgemeinde Feucht, 15 km südlich
von Nürnberg, liegt mitten im Lorenzer Wald, der zusammen mit dem Sebalder Wald heute
noch einen fast geschlossenen Ring um die Großstadt Nürnberg bildet. Dieser Wald, der im
Laufe der Jahrhunderte zum reinen Nutzwald verkam, war im Mittelalter viel artenreicher
als in unserer Zeit. Mit seinen nektarreichen Tannen, Fichten, Linden, Salweiden, mit
seinen ausgedehnten Heidekraut-, Heidelbeer- und Preiselbeerflächen bildete er die
Lebensgrundlage für die vielen wilden Bienenvölker die es darin gab. Doch der Lorenzer und Sebalder Wald waren sogenannter
Reichswald. Er gehörte nicht der Stadt Nürnberg, sondern dem Kaiser und wird bereits1266
in einer Urkunde als ,,des Kaisers und des Reiches Bienengarten" bezeichnet: Wie das
Wild, gehörten deshalb auch die wilden Bienen dem Kaiser. Dieser aber übertrug die
Nutzungsrechte, das heißt die Ausbeutung der Bienenstöcke zwecks Honiggewinnung den
Zeidlern. Das Wort Zeidel bedeutet Honig und "zeideln" die Honigwaben aus deren
Stock herausschneiden. Ein Zeidler war also ein Imker dessen Handwerk darin bestand, im
Reichswald nach Bienenstöcken zu suchen und diese auszubeuten. Für gewöhnlich fanden
sich die Bienenstöcke in Baumhöhlungen, die dann von den Zeidlern gekennzeichnet wurden
und ihnen gehörten. Doch gar bald erkannte man, daß es viel einfacher ist, das Stück
Stamm mit dem Bienenstock in der Nähe des Hauses und auch geschützt vor wilden Tieren
aufzustellen. Es entwickelte sich ganz von selbst die Hausbienenzucht. Aus dem
,,Beutenklotz'' wurden Bienenkörbe und -kästen. Man begann sich wissenschaftlich mit der
Biene zu beschäftigen. Da Bienenhonig im Mittelalter das einzige Süßungsmittel für
Speisen und Getränke war, kam dem Zeidelwesen große Bedeutung zu und wurde auch im
großen Maßstab betrieben. "Ströme von süßem Gold" flossen ins nahe
Nürnberg, wo der Honig neben dem privaten Verbrauch vornehmlich für die Lebküchnerei,
die Kerzenherstellung und die Bereitung des Honigweins (Met) diente. Die Zeidler bildeten
einen eigenen Berufsstand, gab es doch in der Blütezeit Nürnbergs im Sebalder und vor
allem im Lorenzer Reichswald verstreut 92 Zeidelgüter. Ja, es entstanden ganze
Zeideldörfer. Eines davon war Feucht, das nicht nur mitten im Wald, sondern auch sehr
verkehrsgünstig an der Fernhandelsstraße Nürnberg Regensburg-Wien lag. Feucht
entwickelte sich zum Zentrum des
Die Bedeutung der Biene und ihrer ErzeugnisseDer Pharmazeut und Imker Karl August Forster schreibt in seinem Buch "Ihr Name ist Apis'' (lat, Biene): "Je mehr ich in die Geheimnisse des Bienenlebens eindringe, ihre soziale Ordnung, ihren rätselhaften Volksorganismus, ihre Sprache und Sinnesleistungen erforsche, bin ich geradezu fasziniert von ihrer mystischen Intelligenz." Die Bedeutung der Biene im Kreislauf der Natur steht außer Frage, denn durch ihre Bestäubungstätigkeit erfüllt sie eine hervorragende Aufgabe. Sie ist unersetzlich für den Ertrag unserer Obstbäume und Beerensträucher und erhält darüber hinaus den ganzen Artenreichtum der Pflanzen in Wald und Feld. Sie liefert Honig und Wachs. Letzteres wurde nicht nur für die Kerzenherstellung verwendet, sondern wurde auch bei der Lederherstellung, zum Polieren, zum Versiegeln von Holz und in der Färberei gebraucht. Erst in unserer Zeit weiß man um die antibiotische Wirkung von Propolis und den Nutzen von Gelee Royale Bescheid, |